back

Text vom 7.08. 2005, geändert am 7.08. 2012

Buchunikate als Bildsprache und Sprachbilder

 

Davon, dass Malerei fundamental ist, bin ich überzeugt. Davon, dass die Sonne auf der einen Seite munter wird, über mir entlang sängt und genau auf der anderen Seite wieder flackernd verglimmt, bin ich genauso überzeugt. Warum sollte ich dieser Entdeckung von mir nicht trauen, aber einer trauen, von der andere mich überzeugen wollen?

 

Mithin dreht es sich darum, dass Poesie für jeden offen ist. Eine Selbstermunterung, um Erstaunliches wahrzunehmen.

 

Des Weiteren erstaunliche Gemälde sehe ich im Mondlicht und schlafend, die ich genauso als Grund für Malerei nehme, wie Bücher: Tagebücher, Traumtagebücher, Enzyklopädien, Gedichtbändchen, Geschichtenbücher, Hefte, Telefonbücher, Wörterbücher. Und Atlanten für Antlitzänderungen der Erde.

 

Und des Weiteren Zeitungsschiffchen, die als Schirmchen auf

Kohlewendellampen verkohlen. Mithin vereinige ich in jenen Lichtern auf der einen und auf der anderen Seite Ideen und Pigmente und Widersprüche und Fundstücke und Zufälle und Sammlungen und Vorlieben und Farbbinder zu etwas, was sich wie Sprache offenbart und seine Illustration ermöglicht. Die Sprache der Poesie, die ebenso verlässlich ist, wie das instinktive Wissen, auf das sich Nomaden verlassen können.

 

Im Grunde erschaffe ich Bücher, dessen Betrachter zum Besucher einer Gemäldeausstellung wird. Werden beim Lesen Innenbilder munter, erwacht beim Blättern in meinen Buchunikaten ein Innentext. Das ist Poesie, die ich meine.